Impfungen

Sind Impfungen heutzutage überflüssig?
Nein! Die Krankheiten, vor denen Impfungen schützen, würden zurückkehren. Auch die modernen und hygienischen Lebensbedingungen bieten keinen Schutz. Haemophilus influenzae Typ B (Hib) verursachte noch bis 1990 ca. 1600 Fälle von Hirnhautentzündung und Kehldeckelentzündungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Geistige Behinderungen blieben zurück oder die Kinder starben. 1991 wurde die Impfung eingeführt. Das Krankheitsbild verschwand fast vollständig aus deutschen Kinderkliniken. Heute treten jährlich noch 50 Fälle auf, die Betroffenen sind unvollständig oder gar nicht geimpft. Masernerkrankungen in Deutschland nehmen wieder zu, es wird zu wenig und zu spät geimpft. Nach 14 Jahren, in denen die Niederlande frei von Polio waren, kam es 1992 zu einem neuen Ausbruch. 71 Patienten erkrankten, 59 litten unter Lähmungen, zwei starben. Auch moderne Intensivmedizin kann bleibende Schäden nach Infektionkrankheiten nicht verhindern.

Welche Impfreaktionen können auftreten?
Die Impfung soll im Körper eine Reaktion auslösen. Sie schützt in abgeschwächter Form vor einer schweren und lebensbedrohlichen Krankheit. Als Zeichen der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff (Immunreaktion) kann es zu einer lokalen (Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Impfstelle) oder auch Allgemeinreaktion (Fieber bis 39,5°C) kommen. Diese Erscheinungen klingen nach wenigen Tagen folgenlos ab.

Kann es zu Impfkomplikationen kommen?
Sie sind äußerst selten und stellen schwerwiegende und längerdauernde Ereignisse dar (allergischer Schock, Nervenentzündung). Ein Zusammenhang zwischen:

  • MMR-Impfung und Autismus/Morbus Crohn/Diabetes mellitus
  • Hepatitis B-Impfung und Multipler Sklerose/Krankheiten der Nerven
  • Hib-Impfung und Diabtes mellitus

konnte bis heute wissenschaftlich nicht belegt werden!

Weitere häufige Elternfragen:

Wird zu früh geimpft?
Nein! Säuglinge werden erstmals im Alter von 8-12 Wochen geimpft. Säuglinge sind bereits in den ersten Lebensstunden in der Lage, eine Immunantwort zu bilden, andernfalls wären sie nicht überlebensfähig. Impfungen sollten gegeben werden, bevor eine Krankheit Schaden anrichten kann. Gerade in den ersten Lebensmonaten ist die Gefahr für das Leben besonders hoch: irnhautentzündung und Blutvergiftung durch Haemophilus (Hib), Atemstillstand statt Husten bei Keuchhustenerkrankung. Selbst bei planmäßiger Impfung dauert es mehrere Monate bis ein tragfähiger Impfschutz aufgebaut ist.

Sind Mehrfach-Impfstoffe (Kombinationsimpfstoffe) zu belastend für den Säugling?
Das Immunsystem des Kindes wird nicht überlastet. Das Immunsystem eines Neugeborenen setzt sich in den ersten Lebenstagen mit Milliarden von Keimen auseinander und muss Antikörper gegen eine große Zahl von Fremdstoffen produzieren.

Sind Einzelimpfungen besser?
Nein. Einzeln verabreichte Impfstoffe werden häufig verspätet gegeben, Teilimpfungen manchmal sogar vergessen. Es sind wesentlich mehr Injektionen notwendig. Von der Ständigen Impfkommission werden vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe empfohlen.

Wie sicher ist Nestschutz?
Der Nestschutz hält ca. 6 Monate. In dieser Zeit muss das Kind seine eigene Abwehr aufgebaut haben. Impfungen unterstützen diesen Prozess. Es werden nur Abwehrstoffe gegen Krankheiten übertragen, gegen die die Mutter geimpft wurde oder die sie selbst durchgemacht hat. Gegen einige Erkrankungen, z.B. Keuchhusten, gibt es keinen Nestschutz.

Wird bei Schnupfen geimpft?

Banale Infekte ohne Fieber sind kein Grund, anstehende Impfungen aufzuschieben.

Wann wird nicht geimpft?
Bei akuter Infektion mit hohem Fieber. Bei bekannten Allergien gegen Inhaltsstoffe. Bei Immunsuppression.

Verursachen Impfungen Allergien und Neurodermitis?
Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Andererseits gibt es Belege, dass Kinder mit Allergien und Neurodermitis durch Infektionen besonders gefährdet sind (Windpocken, Virusgrippe). Mehrere Studien haben gezeigt, dass in der ehemaligen DDR, wo sehr viel geimpft wurde, deutlich weniger Allergien auftraten als in der früheren Bundesrepublik, wo weitaus weniger geimpft wurde.

Konnte ein Zusammenhang zwischen Plötzlichem Kindstod und 6fach-Impfung festgestellt werden?
Bisher konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Die Ursachen des Plötzlichen Säuglingstodes sind weiterhin unklar. Es handelt sich um ein multifaktorelles Geschehen. Bedeutung haben: Bauchlage, Überwärmung, Rauchen in der Umgebung des Kindes und andere.

Fördern Krankheiten die kindliche Entwicklung?

Nein! Eine ganze Reihe von Krankheiten wird Ihr Kind im Laufe der Zeit ans Bett fesseln. Sie müssen jedoch nicht die lebensbedrohlichen Risiken von Masern- oder Keuchhusteninfektionen in Kauf nehmen. Früher war die Kindersterblichkeit erheblich höher. Die natürliche Lebenserwartung war nur halb so hoch. Impfungen haben mitgeholfen, die Kindersterblichkeit auf den heutigen Stand zu senken.